damals & heute Nr. 8

Und weiter gehts mit den Nachträgen zu damals & heute. Die Nr. 8 enthielt zwei Artikel, von denen einer, nämlich der von mir selbst geschriebene, schon fast wieder überholt ist. Aber der Reihe nach:

damals & heute Nr. 8

Betreiberwechsel auf der Sennebahn im Jahr 1958

Norbert Ellermann befasst sich in dem Artikel mit der Geschichte des Delbrücker Bahnhofs und der Sennebahn. Der sehr detailreiche Artikel zeichnet die gesamte Entwicklungsgeschichte der Eisenbahn in Delbrück nach.

Neue Materialien für Heimatforscher und Genealogen

Im zweiten Artikel der Ausgabe habe ich anhand eines Beispiels die damals recht neue Software “Historika 25″ vorgestellt. Das Landesvermessungsamt hatte gerade in dieser Reihe historische Karten des Raumes Delbrück veröffentlicht. Am Beispiel der Suche nach dem Hof Rellerhenrich, der schon nicht mehr existierte habe ich damals dargestellt, welchen Nutzen die Software hat.

Was ich damals nicht ahnen konnte ist, dass die Reihe am 31.12.2009 völlig ohne Begründung plötzlich eingestellt wurde. Die wirklich tollen historischen Karten auf CD-Rom können seit dem nicht mehr bezogen werden. Schade!

damals & heute Nr.7

Die Nr. 7 des Delbrücker Informationsblattes enthält zwei Aufsätze. Zum einen beschäftigt sich Gerhard Kretschmann mit der alten Delbrücker Hinrichtungsstätte, zum anderen stellen Ingrid Bewermeier und Bernhard Kößmeier den aus dem 12. oder 13. Jahrhundert stammenden Taufstein der Boker Kirche vor.

damals & heute Nr. 7

Letzter zu Tode Verurteilter wurde 1801 exekutiert

Es ist dem Delbrücker Heimatforscher Meinolf Protte zu verdanken, dass der Ort gefunden wurde, der über Jahrhunderte als Delbrücker Hinrichtungsstätte diente. Gerhard Kretschmann hat nun in einem Aufsatz alles wissenswerte zur Galgen an der Galgenlaake zusammen getragen.  Vor allem geht er aber auf die heutige Funktion als Gedenkstätte ein.

Der Boker Taufstein, ein Kleinod westfälischer Romanik

In dem lesenswerten Beitrag zur Kunstgeschichte in Delbrück stellen Ingrid Bewermeier und Bernhard Kößmeier Vergleiche mit ähnlichen Taufsteinen in Westfalen an.

Wer die beiden Aufsätze lesen möchte, setzt sich bitte mit mir in Verbindung. Ich sende ihn gern als Pdf-Datei zu.

damals & heute Nr. 6

Schlug Arminius die Römer im Delbrücker Land?

Damit erst gar keine Missverständnisse auftauchen. Die Varus-Schlacht fand definitiv nicht in Delbrück statt. Aber das was der Autor des Beitrages in damals & heute Nr. 6 darstellt, ist ein Stück Wissenschaftsgeschichte. Denn noch immer ist der Ort der Varusschlacht nicht zweifelsfrei geklärt. Die Suche nach dem Ort ist aber schon Jahrhunderte alt.

damals & heute Nr. 6

In einem lesenswerten Aufsatz macht Jürgen Rade darauf aufmerksam, dass der westfälische Humanist Johannes Cincinnius den Ort der Schlacht “tuschen den wateren der Emesen und der Lippen by dem Retborge und in der Delbruggen” vermutete. Johannes Cincinnius war um 1485 in Lippstadt geboren worden. Er hatte seinen eigentlichen Namen Johannes Kruyshaer latinisiert und nannte sich Cincinnius. Dem von ihm vermuteten Ort der Varusschlacht widmete er eine eigene Schrift, die 1539 veröffentlicht wurde.

Wer sich für den Aufsatz interessiert, kann ihn gern als PDF von mir bekommen.

Blog neu beleben

Nach längerer Pause soll nun der Blog zur Delbrücker Geschichte neu belebt werden. In den nächsten Tagen und Wochen sollen beispielsweise die Beiträge, die inzwischen im “Delbrück - gestern und heute” erschienen sind, nachgeliefert werden.

Ich hoffe, dass dann mindestens einmal monatlich ein neuer Beitrag hier erscheint. Themen gibt es schließlich genug.

damals & heute Nr.5

Wie der “Lahmeschnieder” zu seinem Namen kam.

In der Märzausgabe des Delbrücker Informationsblattes zur Geschichte, Natur und Heimatpflege durfte ich wieder einen Artikel veröffentlichen. Darin setze ich mich mit der Entwicklung und Bedeutung der Haus-, Hof und Familiennamen im Delbrücker Land auseinander. Als Berufsgenealoge muss ich mich immer wieder mit der Herleitung von Namen befassen. Außerdem habe ich festgestellt, dass sehr viele Menschen zwar an der Bedeutung ihres Namens interessiert sind, jedoch nur wenige die Bedeutung tatsächlich wissen. Für das Delbrücker Land hoffe ich mit dem Artikel einen ordentlichen Überblick geben zu können, auch wenn selbstverständlich nicht alle Namen erklärt werden können.
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Wie immer biete ich Ihnen natürlich an, Ihnen einen Scan des Artikels zu schicken, wenn Sie ihn sonst nicht auftreiben können. Er ist aber auch auf meiner Homepage unter www.funki-koellner.de herunterladbar.

Leider wird gerade in der Namenforschung viel Schindluder getrieben. Üble Geschäftemacher werben auf Homepages, dass Sie dort Zugriff auf die Namensdeutungen haben. Lediglich müsse man sich vorher anmelden. Wer das Kleingedruckte nicht liest, hat sich dann schnell auf ein kostenpflichtiges teures Angebot eingelassen.

Daher hier ein paar Tipps. Die meisten gängigen Namen sind in dem preiswerten Taschenbuch von Hans Bahlow: Deutsches Namenlexikon aus dem Suhrkamp-Verlag enthalten. Dieses Buch finden Sie natürlich auch in meinem Shop unter www.geneashop.de. Wenn Sie sich noch näher mit Ihrem Namen befassen wollen finden Sie einen guten Einstieg sowie weitere Literatur unter www.onomastik.com . Eine gute Anlaufstelle ist auch die Gesellschaft für Namenkunde e.V. deren Mitglied ich übrigens bin.

So weit erst mal.

Funki

Mumpro in Delbrück

Die soeben erschienen “Beiträge zur Westfälischen Familienforschung” Bd. 63/64 beschäftigen sich in 5 Beiträgen mit der in ganz Westfalen verbreiteten Familie Mumperrogge / Mumperow / Mumpro. Vier Autoren, Christian Loefke, Jochen Ossenbrink, Hans Jürgen Rade und Wolfgang Schindler, haben sich zusammengetan um die verschiedenen Zweige dieses Geschlechts zu erforschen. Alle Familienzweige, ob in Wiedenbrück, Herford, Bielefeld, Lemgo oder Delbrück gehen auf den Amtsmeierhof in Isselhorst zurück.
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Aus Delbrücker Sicht ist natürlich die Stammfolge Mumpro interessant, die mit Johann Caspar Mumpro beginnt, der sich 1686/87 als Sohn des Meiers zu Isselhorst in Delbrück niederließ. Er heiratete die Tochter des Delbrücker Gografen Hermann Vierfuß und war als Kaufmann tätig. Sein Enkel Johann Theodor Hermann Mumpro baute mit seiner zweiten Frau Dorothea Elisabetha Ulrich das bekannte Brenken-Mumprosche Haus am Delbrücker Kirchplatz.

Hans Jürgen Rade, der durch seine hervorragenden genealogischen Arbeiten in Delbrück wohl bekannt ist, zeichnet für diesen Teil verantwortlich.

Doch nicht nur der Delbrücker Teil ist lesenswert. Der Band zeigt einmal mehr, dass Genealogie nicht nur aus der Aneinanderreihung von Daten besteht, sondern spannende Familiengeschichte bietet.

Der Band ist selbstverständlich im Geneashop erhältlich

Beiträge zur westfälischen Familienforschung 63-64

Funki

damals & heute Nr. 4

Vom Anfang des Jahres ist noch eine Ausgabe des Informationsblattes zur Delbrücker Geschichte nachzutragen. Aus Anlass des 175 jährigen Jubiläums des Delbrücker Karnevalsverein “Eintracht” beschäftigt sich Toni Protte unter dem Titel “Fastnachts-Zechbrüder und schamlose Venuskinder” mit der Geschichte des Vereins.
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Es ist sicherlich kein Wunder, dass es sich hier nicht nur um einen gut recherchierten Aufsatz handelt, sondern dass der Beitrag auch äußerst amüsant ist. Schließlich ist der Autor selbst seit Jahren aktiver Karnevalist.

Viel Wert legt Protte dabei auf die Bräuche im Delbrücker Karneval. So wird der Hintergrund des Delbrücker Kranzreitens genau so erklärt, wie alte Bräuche, die inzwischen leder längst in Vergessenheit geraten sind.

Wie immer gilt natürlich mein Angebot. Wenn Sie diese Ausgabe anders nicht auftreiben können, bin ich gern bereit Ihnen einen Scan als PDF-Datei zuzusenden.

Funki

Tagungsband zum Wichart-Symposiums erschienen

Drei Jahre hat es gedauert, bis nun endlich der Tagungsband zum Wichart-Symposium vom April 2004 erschienen ist. An der Geschichte des Borius Wichart haben sich seit Jahrhunderten die Historiker gerieben und auch heute mit einem Abstand von 400 Jahren ist die Diskussion über ihn nicht immer frei von Polemik.

Ich habe auf diesen Tagungsband ungeduldig gewartet. Vor allem der Edition einer neuen Quelle, einem Bericht über den “Kampf um Paderborn” aus dem Staatsarchiv in Wien, die Stefan Ehrenpreis auf dem Symposium vorgestellt hatte,  galt mein Interesse. Und tatsächlich handelt es sich um eine äußerst spannende Quelle, die einige Aspekte der Auseinandersetzung deutlicher hervortreten lässt. So lässt der unbekannte Autor der Quelle den konfessionellen Gegensatz fast völlig unberücksichtigt und stellt Wichart ausschließlich als Rebell gegen die Obrigkeit dar.

Aus Delbrücker Sicht war diese Quelle dann aber doch enttäuschend. Denn die Ereignisse in Delbrück, wo 400 Bauern von spanischen Meuterern erschlagen wurden, kommen nur am Rande zur Sprache. Der Autor behauptet, dieses Ereignis sei ursächlich darauf zurückzuführen, dass Wichart und die Paderborner Bürgerschaft die Spanier am Tage vorher provoziert hätten. In den Quellen der Gegenseite, wird die Schuld an dem Ereignis bekanntlich dem Bischof zugeschrieben.

Insgesamt handelt es sich aber um einen spannenden Tagungsband mit Beiträgen renomierter Wissenschaftler verschiedener Disziplinen. Folgende Autoren haben Beiträge beigesteuert: Heinrich Schoppmeyer, Frank Göttmann, Stefan Ehrenpreis, Gesine Dronsz, Martin Leutzsch, Günter Bitterberg, Burkhard Neumann, Jürgen Lotterer und Bernd Beuscher.

Titel:

Gesine Dronsz / Martin Leutzsch / Harald Schroeter-Wittke (Hg.): Zwischen Politik und Religion - Der “Kampf um Paderborn” 1604 und seine Rezeption, Beiträge zur Westfälischen Kirchengeschichte 31, Bielefeld 2006.

Funki

damals & heute Nr. 3

In der dritten Ausgabe des Informationsblattes zur Geschichte, Natur und Heimatpflege in Delbrück befasst sich Hans-Jürgen Rade mit einem äußerst schwierigen Thema. Er stellt nämlich das große Gerichtsprivileg für Delbrück von 1506 vor. Es ist sicherlich eines der bedeutendsten Dokumente der Verfassungsgeschichte Delbrücks. Schwierig ist die Interpretation und historische Einordnung des Dokumentes deshalb, weil - abgesehen von der Urkunde selber- praktisch keine weiteren Informationen dazu vorliegen.
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Rade gelingt es, den Gesamtzusammenhang anschaulich darzustellen. Er schildert die brisante Situation, dass der Bischof von Paderborn bereits plant, gegen die Delbrücker zu Felde zu ziehen. Das Eingreifen des Philipp von Hörde und die Schlichtung, die ihm und anderen Unterhändlern gelingt, verhindern ein großes Blutvergießen. Über den Anlass der Auseinandersetzung kann man letztlich nur spekulieren. Rade hält sich hier an die Aussagen, die die Urkunde dafür angibt. Danach waren die Rechtsverhältnisse in völlige Unordnung geraten, bischöfliche Beamte seien ihres Lebens nicht mehr sicher gewesen und in Delbrück habe das Chaos geherrscht.

Ich persönlich glaube, dass dies eine sehr einseitige Darstellung aus Sicht des Bischofs ist. Bedenkt man, dass wir im Jahr 1506 am Vorabend des deutschen Bauernkrieges stehen und im Süden und in Mitteldeutschland zu diesem Zeitpunkt Auseinandersetzungen stattfinden, bei denen es um die Beibehaltung der bäuerlichen Rechtsgewohnheiten geht, so könnte man Ähnliches in Delbrück auch vermuten. Denkbar wäre etwa, dass sich die Delbrücker gegen die zunehmende Einflussnahme des Bischofs auf die Delbrücker Rechtsverhältnisse wehrten, dann könnte dies aus Sicht des Bischofs als Aufruhr interpretiert werden. Denkbar ist aber auch, dass es innerhalb Delbrücks soziale Auseinandersetzungen gab. Etwa dass die unteren Bevölkerungsschichten größeren Einfluss auf die Selbstverwaltung des Delbrücker Landes erstreiten wollten. Auch dies fände zu dieser Zeit in Deutschland einige Entsprechungen und auch solche ggf. mit Gewalt ausgefochtenen Machtkämpfe hätte der Bischof als chaotische Rechtsverhältnisse interpretieren können.

Insgesamt darf aber festgestellt werden, dass Rade wieder ein hervorragender Aufsatz gelungen ist und er m.W. erstmals den geschichtlichen Zusammenhang und die Urkunde selbst umfassend darstellt.

Wie immer der Hinweis: Wenn Sie sich für den Aufsatz interessieren, mailen Sie mich kurz an, ich scanne Ihnen die Ausgabe ein und sende Sie Ihnen als PDF-Datei.

Funki

Neuer Vorstand des Heimatverein Delbrück

Bei der Jahreshauptversammlung des Delbrücker Heimatvereins am 6. März 2007 wurde die langjährige Vorsitzende Thea Hagenhoff-Kretschmann verabschiedet und zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Als neue Vorsitzende wurde Angelika Bochnig gewählt. Ihr stehen als Stellvertreterin Christa Beer, als Kassiererin Monika Kettelgerdes, als Schriftführerin Beatrix Heimann und als Beisitzer Resel Fraune, Anita Wecker, Werner Voss, Dr. Marlies Strunz und Herbert Thiele zur Seite. Pressewart bleibt Winfried Hamschmidt.