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- 20.4.2010: Epitaph des Theobald Franz von Dewaldt entdeckt
- 21.12.2009: Regesten zu den Delbrücker Eheberedungen
- 11.11.2009: damals & heute Nr. 13
- 7.11.2009: Führer zum Römerlager in Anreppen erschienen
- 29.10.2009: Chronik der Stadt Delbrück erschienen
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Blogroll
Archive für 20.4.2010
Epitaph des Theobald Franz von Dewaldt entdeckt
20.4.2010 by Funki.
Theobald Franz von Dewaldt ist auch geschichtsinteressierten Delbrückern häufig nicht bekannt. Dabei wurde er um 1640 auf dem größten Hof des Delbrücker Landes als Franz Nolte geboren. Wie sein entfernter Verwandter, Johann Sporck, wurde er Soldat und trat in das Regiment des berühmten Reitergenerals ein. Offenbar machte er unter Sporck schnell Karriere, denn bei der Schlacht bei St. Gotthard an der Raab gegen die Türken 1664 war er bereits Offizier. Sporck und seine Reiterei hatten entscheidenden Anteil am Sieg gegen die dreifach überlegenen Türken. Johann Sporck wurde daraufhin in den Grafenstand erhoben. Dass auch der zweite Delbrücker - der Rittmeister Franz Nolte - in den Adelsstand erhoben wurde, ist dagegen wenig bekannt. Franz Nolte, der sich den Kriegsnamen “Theobald” zugelegt hatte durfte sich als Adeliger “Theobald Noldt von Delbrück” nennen.
1679 wurde Theobald Franz - inzwischen kaiserlicher Obristwachtmeister - in den böhmischen Freiherrenstand aufgenommen. Er erhielt den Titel “Freiherr Theobald Franz von Dewaldt”. Bekannt war bislang noch, dass sich der Freiherr 1686 in Lukawetz aufhielt. Näheres war aber nicht bekannt und seine Spuren verloren sich. Es war nicht bekannt wann er gestorben war, ob er etwa geheiratet und Kinder hatte.
Durch einen Fachaufsatz in einer tschechischen Heraldik-Zeitschrift wurde ich nun auf die Existenz eines Epitaphs, also einer Grabplatte, des Freiherrn aufmerksam. Ich konnte Kontakt zum Autor des Aufsatzes Vladivoj Tomek aufnehmen und inzwischen liegt mir ein Foto des Epitaphs aus der St. Katharinenkirche in der Prager Neustadt vor.
Text des Epitaphs: EPITAPHIUM / DES WOHLGEBO(HR)EN HERRN / THEOBALD FRAN(Z?) (F)REI HERRN V(O)N / DÖWWALDT HERRN (AUF??) LUKAWETZ KRZE / SCHIN MES(I?) LESSI /BUR??)ZENITZ WIKLANDITZ / UND TI(RCU///??) DE(M) (R)ÖM:/ISCHE / KAY:/SERLICHE MAY:(STAT) OBRI/STEN WAC(H)MEISTER / IST IN GOTTSELIG/ //SCHLAFEN DEN (9.??) AVGUSTI:1701 [Trankskription V. Tomek]
Aus dem Text und aus den von Herrn Tomek dankenswerterweise übermittelten Informationen geht Weiteres hervor. Danach war Theobald Franz von Dewaldt Herr auf mehreren adeligen Gütern und zwar auf Lukawetz, Krzessin und Techoburziecz. Die beiden letzten Güter konnten noch nicht identifiziert werden. Bei Lukawetz (heute Lucavec u Pacova) handelt es sich aber um die alte Festung in der Region Krai Vysocina.
Der Freiherr starb 1701 ca. 60-jährig. Er wurde von seinem Sohn Johann Georg von Dewaldt beerbt, der ebenfalls in den böhmischen Freiherrenstand aufgenommen wurde.
Mit diesen neuen Daten sind nun weitere Forschungen möglich. Vermutlich kann ich in absehbarer Zeit Neues berichten.
Literatur zu Theobald Franz von Dewaldt: Manfred Köllner: Eine Karriere im Schatten des großen Johann von Sporck - Im Adelsstand: Franz Nolte alias Theobald Franz von Delbrück oder Freiherr von Dewald, in Damals & Heute Nr. 1 2006 S. 1 - 4. Zum Herunterladen als PDF-Datei: Damals & heute 1
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